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Auszug aus „Bürgerinformation 03/2009“ - Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung
Schweinegrippe
Wer kann sich mit dem Influenza-Virus A/H1/N1 anstecken?
Anstecken kann sich zurzeit nur, wer Kontakt zu erkrankten oder infizierten Menschen hat
Wie kann man sich anstecken?
Die Ansteckung erfolgt meist von Mensch zu Mensch durch kleinste Tröpfchen, in denen die Viren beim Niesen oder Husten direkt übertragen werden. Die Viren können auch indirekt übertragen werden, indem virenhaltige Tröpfchen auf die Hände oder Oberflächen wie Türklinken gelangen und von dort über die Hände in den Mund oder die Nase aufgenommen werden.
Auf erste Anzeichen achten!
Auf eine Grippe weisen plötzlich auftretendes Fieber, Müdigkeit, Kopf- und Gliederschmerzen, Appetitlosigkeit und Husten hin. Einige Menschen, die an dem neuen Influenza A-Virus erkrankten, berichteten über Schnupfen, Halsschmerzen, Übelkeit, Erbrechen und Durchfall.
Im Verdachtsfall: Rufen Sie Ihre Hausärztin/Ihren Hausarzt an!
Falls Sie befürchten, an der neuen Influenza erkrankt zu sein, bleiben Sie zu Hause und vereinbaren Sie telefonisch mit Ihrem Hausarzt/Ihrer Hausärztin einen Termin, um eine Ansteckung anderer im Wartezimmer zu vermeiden. Auf dem Weg zum Arzt sollte enger Kontakt zu anderen Menschen vermieden werden. Geben Sie Ihrem Arzt/Ihrer Ärztin genaue Angaben zu Symptomen, möglichen Kontakten zu erkrankten Personen bzw. zu Reisen in Gebiete, in denen die Schweinegrippe bereits aufgetreten ist.
Im Krankheitsfall: Bleiben Sie zu Hause!
Bleiben Sie zu Hause, wenn eine Infektion mit dem neuen Grippevirus bestätigt wird. Wenn Sie allein stehend sind, bitten Sie Nachbarn, Familienangehörige oder Freunde um Hilfe: Einkäufe und Besorgungen sollten an der Tür abgestellt und nicht in die Wohnung getragen werden. Ihre Ärztin/Ihr Arzt wird darüber entscheiden, ob Sie ein antivirales Medikament benötigen. Diese Medikamente sind rezeptpflichtig, da sie unter ärztlicher Kontrolle eingenommen werden müssen. Das ist z. B. deshalb wichtig, damit die richtige Menge über den richtigen Zeitraum eingenommen wird. Bei falscher Einnahme können resistente Viren entstehen, die Medikamente sind dann wirkungslos. Legen Sie keine Vorräte an und nehmen Sie die Medikamente nur nach ärztlicher Verordnung.
Wie lange dauert es, bis Symptome auftreten?
Die Inkubationszeit des neuen Influenza-Virus scheint nach ersten Erkenntnissen ähnlich wie bei der saisonalen Influenza zu sein. Bei der saisonalen Influenza liegt die Inkubationszeit bei 14 Tagen.
Wie lange ist ein Infizierter ansteckend?
Die Ansteckungsfähigkeit kann bei der saisonalen Influenza bereits kurz (weniger als 24 Stunden) vor Auftreten der klinischen Symptomatik beginnen und besteht danach gewöhnlich für drei bis fünf Tage. Bei der Schweinegrippe wird angenommen, dass manche Patienten ebenfalls bereits am Tag vor Symptombeginn Viren ausscheiden. Bei der Dauer der Ausscheidung wird von einer Woche ausgegangen. In dieser Zeit könnte der Virus an andere Personen weitergegeben werden.
Beachten Sie die wichtigsten Hygieneregeln!
Wenn Sie erkrankt sind oder eine erkrankte Person zu Hause pflegen, werden Sie von den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern des Gesundheitsamtes oder von Ihrer Ärztin/Ihrem Arzt über folgende wichtige Hygiene- und Verhaltensregeln zu Hause beraten:
- Waschen Sie Ihre Hände mehrmals täglich 20 bis 30 Sekunden mit Seife, auch zwischen den Fingern, vor allem vor und nach jedem Kontakt mit dem Kranken. Vermeiden Sie es, die Schleimhäute von Mund, Augen und Nase zu berühren.
- Halten Sie beim Husten Abstand zu anderen Personen. Husten und niesen Sie in ein Einmaltaschentuch oder in den Ärmel, nicht in die Hände! Das Einmaltaschentuch sollte sofort in einer Abfalltüte entsorgt werden.
- Die kranke Person sollte möglichst in einem getrennten Zimmer schlafen.
- Der Erkrankte sollte die Mahlzeiten allein einnehmen,
entweder in einem getrennten Zimmer oder zu einer anderen Zeit als die übrigen Haushaltsmitglieder.
- Wenn Erkrankte näheren körperlichen Kontakt (weniger als 2 Meter Abstand) zu anderen haben, sollten sie einen Mund-Nasenschutz tragen. Dadurch verringert sich die Anzahl der ausgeatmeten Viren und andere sind dadurch besser vor einer Ansteckung geschützt. Bitte beachten Sie, dass der Mund-Nasenschutz nicht länger als 2 bis 3 Stunden getragen wird. Auch die pflegende Person sollte einen Mund-Nasenschutz tragen, wenn der Abstand bei der Pflege weniger als 2 Meter beträgt.
- Lüften Sie geschlossene Räume 3 bis 4 Mal täglich für jeweils 10 Minuten. Die Zahl der Viren in der Luft wird verringert, ein Austrocknen der Mund- und Nasenschleimhäute verhindert.
Informieren Sie sich!
Aktuelle Informationen über die Situation in ihrer Region erhalten Sie über lokale Tageszeitungen, Radiosender und bei Ihrem Gesundheitsamt.
Weitere Informationen erhalten Sie auch im Internet unter
www.bmg.bund.de | www.bzga.de/schweinegrippe | www.rki.de | www.wir-gegen-viren.de
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Noroviren
Die Noroviren gehören zu einer Gruppe von Viren (früher als dem Norwalk-Virus ähnliche Krankheitserreger bekannt), die Magen und Darm infizieren. Die Viren können Gastroenteritis, eine Entzündung von Magen und Dickdarm, verursachen. Gastroenteritis wird manchmal auch als Calici-Infektion oder Nahrungsmittelvergiftung bezeichnet, obwohl sie nicht immer mit Nahrungsmitteln zu tun hat.
Norovirus wird manchmal auch als „Magen-Darmgrippe“ bezeichnet, obwohl das Norovirus mit dem Erreger der Grippe (einer verbreiteten, durch das Influenzavirus verursachten Erkrankung der Atemwege) nicht verwandt ist.
Auf Noroviren zurückzuführende Symptome
Allgemeine Symptome Erbrechen, Durchfall und vereinzelt Magenkrämpfe
Weniger häufige Symptome niedriges Fieber, Schüttelfrost, Kopfschmerzen, Muskelschmerzen, Übelkeit und Müdigkeit
Diese Krankheit setzt oft sehr plötzlich ein, und die infizierte Person kann sich sehr unwohl fühlen. Normalerweise dauert die Krankheit 1 bis 2 Tage. Kinder erbrechen sich oft häufiger als Erwachsene.
Wo man Noroviren vorfindet
Noroviren finden sich im Stuhl und im Erbrochenen infizierter Personen sowie auf der Oberfläche von Gegenständen, die von kranken Personen berührt wurden. Krankheitsausbrüche ereignen sich öfter, wo sich viele Menschen auf engem Raum befinden, wie etwa in Pflegeheimen, Restaurants, bei ausgerichteten Veranstaltungen und auf Kreuzfahrtschiffen.
Warum Noroviren mit Kreuzfahrtschiffen assoziiert sind
- Beamte des Gesundheitswesens verfolgen Krankheiten auf Kreuzfahrtschiffen. Krankheitsausbrüche auf Kreuzfahrtschiffen werden daher schneller entdeckt und gemeldet als an Land.
- Zusammengepferchtes Wohnen kann den Gruppenkontakt wesentlich erhöhen.
- Die Ankunft neuer Passagiere kann das Virus auf andere Passagiere und die Schiffsmannschaft übertragen.
Wie sich Noroviren verbreiten
Leute können sich mit dem Virus wie folgt infizieren:
- Essen von Speisen oder Trinken von Flüssigkeiten, infiziert mit Noroviren
- Kontakt mit Oberflächen oder Gegenständen, die mit Noroviren infiziert sind, und nachfolgende Berührung von Mund, Nase oder Augen.
- Folgende Arten von persönlichem Kontakt (mit einer von Noroviren infizierten Person)
- Anwesenheit, wenn sich jemand erbricht
- geteilte Mahlzeiten oder gemeinsam benutztes Besteck
- Pflege einer kranken Person
- Händeschütteln
- Versäumnis des Händewaschens nach Benutzung der Toilette, dem Wechseln von Windeln sowie vor dem Essen und der Essenszubereitung.
Norovirus-Infektionen sind normalerweise nicht gravierend
Norovirus-Infektionen sind äußerst ansteckend, aber normalerweise nicht schwerwiegend. Davon betroffene Leute fühlen sich oft sehr krank, haben Durchfall und zeigen Dehydrierungserscheinungen, wenn die verlorene Flüssigkeit nicht ersetzt wird. Die meisten Leute erholen sich innerhalb von 1 oder 2 Tagen und haben keine langfristigen Gesundheitsfolgen.
Was tun, wenn Sie sich einen Norovirus holen
Machen Sie das Sanitätspersonal auf ihre Krankheit aufmerksam. Trinken Sie viel Flüssigkeit. Waschen Sie oft ihre Hände.
Wie man einer Infektion und der Verbreitung von Noroviren vorbeugt
- Häufiges Händewaschen: waschen Sie ihre Hände nach Benutzung der Toilette, dem Wechseln von Windeln sowie vor dem Essen und der Essenszubereitung. Waschen Sie ihre Hände besonders häufig, wenn irgend jemand in ihrer Umgebung krank ist. Für Tipps zum gründlichen Händewaschen, klicken Sie das folgende Link an: www.cdc.gov
- Vermeiden Sie das Händeschütteln bei Krankheitsausbrüchen.
- Benutzen Sie Sterilisierungsmittel auf Alkoholbasis für ihre Hände in Verbindung mit gründlichem Händewaschen.
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Thema Vogelgrippe
Was ist „Vogelgrippe“ ? Die Vogelgrippe ist eine Virus-Erkrankung von Geflügel. Die Tiere infizieren sich dabei mit Influenza-Viren, die besonders unter Vögeln ansteckend sind. Menschen können in der Regel nur sehr schwer durch Vogel-Influenzaviren infiziert werden.
Was bedeutet H5N1 ? H5N1ist die Typenbezeichnung des Influenza A-Vogelgrippevirus, das zurzeit Vögel und auch bereits Säugetiere befallen hat.
Ist die Vogelgrippe auch für Menschen gefährlich ? Auch Menschen können sich mit H5N1 - Virus infizieren. Für eine Infektion ist allerdings die Aufnahme vieler Viren durch direkten Kontakt notwendig. Besonders gefährdet sind daher Menschen, die eng mit Geflügel in Kontakt kommen. Auch sehr unsachgemäßer Umgang mit infizierten oder toten Tieren kann eine Infektion ermöglichen. Die Übertragung der Viren erfolgt wie bei der humanen Grippe durch kleine Tröpfchen in der Luft (Tröpfcheninfektion beim Husten und Niesen).
Kann ich mich bei anderen Menschen anstecken ? Eine Übertragung der Vogel-Grippeviren von Mensch zu Mensch hat bis heute wahrscheinlich nicht stattgefunden. Die eigentliche Gefahr besteht jedoch darin, dass die Viren durch genetische Veränderungen „lernen“, sich besser von Mensch zu Mensch zu übertragen. Dies könnte zur sogenannten Pandemie beim Menschen führen.
Wie kann man sich vor einer Ansteckung schützen ? Singvögel sind bisher nicht mit dem Virus befallen. Auch Tauben können sich nur sehr schwer infizieren. Es besteht daher kein Anlass zur Sorge, sich bei Singvögeln oder Tauben anzustecken. Trotzdem sollten Sie auf gar keinen Fall einen verendeten Vogel (egal welcher Art) berühren. Für die Entsorgung verendeter Vögel sollten Sie die zuständigen Behörden unter den Telefonnummern 110 oder 112 informieren. Diese sind auf die Fälle speziell vorbereitet !
Klären Sie besonders Kinder über den Umgang mit dieser Gefahr auf !
Beim Verzehr von Geflügel sollte beachtet werden, dass das Virus beim längeren Erhitzen über 70 °C zerstört wird. Die Zubereitung sollte entsprechend durch Braten und Kochen erfolgen !
Gibt es einen Impfstoff Die Entwicklung des Impfstoffs kann erst dann begonnen werden, wenn das Virus sich dem Menschen „angepasst“ hat und bekannt ist. Für die Entwicklung eines Impfstoffes benötigt man ca. 6 Monate.
Hilft die alljährliche Grippeimpfung gegen die Vogelgrippe ? Nein ! Durch eine Impfung mit dem verfügbaren und für die aktuelle Saison angepassten Grippe-lmpfstoff ist man nicht vor der Vogelgrippe geschützt.
Können Erkrankungen durch Vogel-Grippeviren behandelt werden ? Arzneimittel wie z.B. Tamiflu® sind sowohl bei der normalen „menschlichen“ Grippe, wie auch bei Vogelgrippe wirksam. Nach Ausbruch einer Pandemie kann mit Hilfe solcher Präparate die Zeit bis zur Entwicklung eines Impfstoffes überbrückt werden. Diese Arzneimittel sollten nicht vorsorglich, sondern erst nach Ausbruch einer Erkrankung genommen werden. Die einzelnen Bundesländer legen im Rahmen der Pandemieplanung Vorräte dieser Medikamente an. Eine Versorgung im Pandemiefall erfolgt unter anderem auch über Ihre Apotheke Petri.
Was bedeutet Pandemie ? Pandemie ist der länderübergreifende oder sogar weltweite Ausbruch einer Krankheit. Im Gegensatz zur Epidemie ist die Pandemie nicht örtlich beschränkt, d.h. eine Pandemie kann die ganze Weltbevölkerung betreffen und wird nicht an den Grenzen eines Landes oder eines Kontinents Halt machen.
Wie kann man sich im Falle einer Pandemie schützen ? Da die Übertragung der Viren von Mensch zu Mensch hauptsächlich durch Tröpfcheninfektion (z.B. Husten, Niesen) erfolgt, kann hier der Schutz der Gesunden ansetzen. Man kann sich z.B. durch Tragen von Atemschutzmasken oder Ergreifen von Hygienemaßnahmen schützen. Zu diesem Thema berät Sie Ihre Apotheke Petri gerne. ln diesem Zusammenhang wird auch empfohlen, große Menschenansammlungen nach Möglichkeit zu meiden. Solch kleine Maßnahmen werden für den Einzelnen bedeutender sein, als vorbeugend Tamiflu® zu bevorraten bzw. einzunehmen. So können Sie dazu beitragen, die Ausbreitung einer Pandemie zu verlangsamen. Wie schon häufig öffentlich erklärt, sollte Panik vermieden werden! Wir werden Ihnen als LINDA Apotheke jederzeit mit Rat und Tat zur Seite stehen !
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„Freien Radikalen” auf der Spur
Der Gehalt an „Freien Radikalen” im Blut ist ein wichtiges Maß für die Gesundheit und die Fitness. Was sind „Freie Radikale” und warum sind sie so gefährlich? „Freie Radikale” sind aggressive, hoch reaktive, winzige Teilchen, die unsere Körperzellen angreifen und schädigen. Ähnlich wie beim Rosten von Eisen. Bevorzugt stürzen sie sich auf die Eiweißstoffe und die Fette.
Sie machen aber auch vor dem empfindlichen Erbgut im Inneren der Zelle nicht halt. In ihrer Reaktionswut schädigen sie nicht nur die Biomoleküle unserer Zellen, sondern greifen auch die schützenden Zellhüllen an. Diese werden durch die aggressiven Teilchen regelrecht durchlöchert.
„Freie Radikale” sind in der Apotheke messbar. Eine ständige Kontrolle ist selbst für den gesündesten Menschen wichtig. Es handelt sich um einen Index des allgemeinen Gesundheitszustandes und trägt dazu bei, Schäden zu verhindern, die durch zu hohe Konzentration an „Freien Radikalen” hervorgerufen werden. Alle erhöhten Werte können auf einen vorhandenen oxidativen Stress - also auf ein Erkrankungsrisiko - hinweisen. Die Messung erfolgt einfach aus einem Tropfen Blut (kleiner Fingerpieks). Und schon nach sechs Minuten erhalten Sie Ihr individuelles Ergebnis.
„Freie Radikale” jetzt messbar in der Apotheke Petri, Gelnhausen-Meerholz.
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Reiseapotheke
Bringen sie uns Ihre Hausapotheke. Wir beraten sie kostenlos zu noch verwendbaren Medikamenten, geben ihnen nützliche Hinweise. Verfallene oder nicht mehr verwendbare Medikamente entsorgen wir für sie.
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Acrylamid
Das Thema „Acrylamid” wird zur Zeit wieder verstärkt unter Wissenschaftlern und in den Medien diskutiert. Vermutlich wird es uns auch in den nächsten Jahren beschäftigen. Als Hilfestellung in der Kundenberatung haben wir für Sie die neuesten Informationen zusammengestellt.
Noch ein Tipp: Nutzen Sie Acrylamid als Chance für Ihre Beratungskompetenz. Weisen Sie darauf hin, wie wichtig eine ausgewogene und vollwertige Ernährung für die Gesundheit ist. Mit der Auswahl qualitativ hochwertiger Lebensmittel können wir uns beispielsweise mit reichlich Vitaminen und Antioxidantien versorgen und somit besser gegen schädliche Einflüsse wappnen.
Hintergrund:
Seit Frühjahr 2002 ist bekannt, dass in Lebensmitteln Acrylamid vorkommen kann. Seit diesem Zeitpunkt beschäftigen sich natürlich auch die neuform VDR e.G. und ihre Vertragswarenhersteller verstärkt mit diesem Thema. Die neuform VDR e.G. nimmt die Problematik sehr ernst. Aus toxikologischer und technischer Sicht besteht jedoch weiterhin erheblicher Forschungsbedarf.
Was ist Acrylamid?
Acrylamid wird in der Industrie zur Herstellung des Kunststoffs Polyacrylamid verwendet. Wie schwedische Wissenschaftler Anfang des Jahres feststellten, ist Acrylamid auch in gebratenen, frittierten, gebackenen und stärkehaltigen Lebensmitteln enthalten.
Wie entsteht Acrylamid in Lebensmitteln?
Dieser Vorgang ist bis heute nicht restlos geklärt. Man weiß nur, dass sich z.B. aus Zuckerverbindungen und Asparaginsäure (Aminosäure) unter hoher Temperatur (über 120°C) Acrylamid bilden kann.
Ist Acrylamid für den Menschen schädlich?
Studien (Tierversuche) haben gezeigt, dass Acrylamid als isolierter Stoff Krebs auslösen kann. Ob er aber im Verbund mit Lebensmitteln und in welchen Mengen auf den Menschen krebserregend wirkt, ist bis heute noch unklar. Acrylamid löste bei Ratten ab einer täglichen Dosis von 1-2 mg/ kg Körpergewicht Krebs aus. Eine Umfrage über die Ernährungsgewohnheiten von durchschnittlich 55-jährigen Erwachsenen ergab: Je nach ausgewählten Lebensmittelgruppen nehmen die befragten Frauen durchschnittlich ca. 0,009 bzw. 0,014 mg Acrylamid auf, die Männer 0,011 bzw. 0,018 mg. (Quelle: Ernährungs-Umschau 4 (2002)
Gibt es Grenzwerte für Acrylamid in Lebensmitteln?
Weder der Bundesregierung noch der Weltgesundheitsorganisation (WHO) ist es derzeit möglich, einen Grenzwert für Acrylamid festzulegen. Bis dahin ist es das Ziel, Acrylamidwerte in Lebensmitteln möglichst zu minimieren. Zur Orientierung für die Lebensrnittel-Industrie hat die Bundesanstalt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit Signalwerte für verschiedene Produktgruppen vorgeschlagen.
Was sind Signalwerte?
Für jede relevante Produktgruppe wurden Durchschnittswerte ermittelt, auf deren Grundlage Signalwerte festgelegt werden. Diese Signalwerte ändern sich jedoch fortlaufend mit wachsendem Wissensstand. Signalwerte sind keine Grenzwerte. Bei Überschreiten von Signalwerten ist für einen Hersteller prozess-technischer Handlungsbedarf gegeben.
In welchen Lebensmitteln wurde Acrylamid ermittelt?
Hier sind vor allem Kartoffelchips, Pommes frites und Bratkartoffeln zu nennen. Ebenso, jedoch mit geringeren Mengen, stehen Knäckebrot, Kräcker, Frühstückscerealien sowie Kekse und Kaffee auf der aktuellen Liste der acrylamid-haltigen Lebensmittel.
Sind neuform-Lebensmittel ebenso betroffen?
Ja, denn auch die Produktionsverfahren der Reformwaren-Hersteller schützen nicht vor der Bildung von Acrylamid. Aufgrund einer nicht ausgereiften Untersuchungsmethode und großen Schwankungen bei den Untersuchungen einzelner Produktgruppen, müssen die Ergebnisse der letzten Monate mit einem Fragezeichen betrachtet werden.
Was tut die Reformwarenbranche?
Selbstverständlich steht die Reformwarenbranche zum Thema Acrylamid im ständigen und engen Kontakt mit Experten, um stets auf dem neuesten Wissensstand zu sein. Darausversorgen wir Sie mit Informationen, die Sie für das Kundengespräch brauchen.
Steckt hinter Acrylamid ein neuer Lebensmittelskandal?
Acrylamid gelangt im Gegensatz zu chemisch-synthetischen Spritz- und Düngemitteln nicht von außen in das Lebensmittel. Seitdem der Mensch das Feuer für seine Nahrungszubereitung nutzt, ist davon auszugehen, dass Acrylamid in seiner Ernährung vorkommt. Man kann daher nicht von einem Lebensmittelskandal sprechen.
Wie kann man die Aufnahme von Acrylamid möglichst verringern?
- Bei der Lebensmittelauswahl auf frische, nicht zu stark hitzeverarbeitete Lebensmittel achten.
- Möglichst nicht zu häufig stark gebratene oder frittierte Speisen oder Snacks essen.Verbrannte oder stark gebräunte Backwaren meiden.
- Bei der Lebensmittelzubereitung Verfahren wie Kochen, Dämpfen und Dünsten bevorzugen.
Muss ich jetzt auf Brot oder Müsli verzichten?
Nein, denn diese Lebensmittel haben viele Inhaltstoffe, die für eine gesunde Ernährung wichtig sind. Schwarze Brotrinden sollte man jedoch abschneiden.
Was kann man noch empfehlen?
Mit einer vollwertigen und ausgewogenen Ernährung kann man sich reichlich mit Vitaminen, Ballaststoffen und sekundären Pflanzenstoffen versorgen. Diese sind wichtig, um sich rundum gesund zu halten und damit auch Krebserkrankungen vorzubeugen.
Hier die wichtigsten Lebensmittel für den täglichen Speiseplan:
Obst und Gemüse, am besten bunt gemischt und einen Teil als Rohkost oder alternativ auf Direktpresssäfte aus Obst oder Gemüse zurückgreifen.
- Vollwertige Getreide oder Getreideprodukte, Hülsenfrüchte
- Vorwiegend pflanzliche Fette und Öle
- Milchsaure Produkte zur Unterstützung der Darmflora und der körpereigenen Abwehr
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